Trumpismus
27.03.2025
Meine
Befürchtungen
Ende
des
letzten
Jahres,
Trump
könne
die
USA
von
einer
Demokratie
in
eine
Autokratie
oder
in
eine
Olig
-
archie
der
Tech-Milliardäre
führen,
scheinen
nicht
unberechtigt
gewesen
zu
sein,
wenn
man
die
Politik
Trumps
in
den
ersten
Wochen seiner zweiten Amtszeit betrachtet.
Innenpolitisch
hat
er
einen
radikalen
disruptiven
Kurs
begonnen.
Vieles
spricht
dafür,
dass
seine
Politik
dem
Drehbuch
des
umstrittenen
„Project
2025“
folgt,
entworfen
von
der
rechtskonservativen
Denkfabrik
Heritage
Foundation.
Es
zielt
darauf
ab,
den
Staatsapparat
radikal
umzubauen,
die
präsidentielle
Macht
auszuweiten
und
die
rechtlichen oder verfassungsrechtlichen Grenzen der Exekutive zu überwinden.
Regierungsumbau
und
Bürokratieabbau,
Beamtenentlassungen,
restriktive
Einwande
-
rungspolitik,
Abschiebung
illegaler
Migranten
und
Grenzsicherung,
Umwelt-
und
Energiepolitik,
Einflussnahme
auf
Wissenschaft
und
Kultur,
sowie
Ablehnung
von
Gleichberechtigung
und
Diversität
als
„links-intellektuellen
Wokismus“
sind
die
innen
-
politischen Themen, denen sich Trump in den ersten Wochen seiner neuen Amtszeit gewidmet hat.
Ohne
politisches
Mandat
hat
Elon
Musk
mit
dem
Department
of
Government
Efficiency
(DOGE)
den
US-Regierungsapparat
unter
-
wandert.
Der
reichste
Mann
der
Welt
schließt
eigenmächtig
Behörden,
feuert
Beamte
und
greift
hochsensible
Personal-
und
Finanzdaten ab.
Bereits
am
ersten
Tag
seiner
neuen
Amtszeit
hat
Trump
die
Auslandshilfen
der
US-Entwicklungsbehörde
USAID
für
90
Tage
eingefroren.
Er
sagte,
der
Großteil
der
Entwicklungshilfe
sei
Verschwendung
und
diene
einer
liberalen
Agenda.
Musk
hat
USAID
erst
einmal
komplett
stillgelegt,
alle
Mitarbeiter
im
Ausland
beurlaubt
und
2000
Stellen
in
Washington
komplett
gestrichen.
Gerichtsurteile,
die
die
Maßnahmen
untersagen,
werden
ignoriert,
denn
Trump
hat
Immunität
bei
allen
Amtshandlungen
als
Präsi
-
dent.
Die
Maßnahmen
gegen
USAID
bedeuten
zum
Beispiel,
dass
in
Afrika
bisher
finanzierte
Medikamente
gegen
die
Ausbreitung
von
Tuberkulose
nicht
mehr
zur
Verfügung
stehen
und
die
Gefahr
einer
weltweiten
Ausbreitung
der
tödlichen
Krankheit
wächst.
Dazu
passt
auch,
dass
die
USA
sich
aus
der
Weltgesundheitsorganisation
zurückziehen,
denn
„die
hat
uns
abgezockt“,
wie
Trump
verkündete.
Trump,
der
den
Klimawandel
leugnet,
setzt
auf
eine
Antiklimapolitik.
Er
hebt
nationale
Schutzmaßnahmen
auf
und
schwächt
Umweltbehörden. Aus dem Pariser Klimaschutzabkommen sind die USA ausgestiegen.
Das
berühmte
Zitat
des
französischen
Politikers
Georges
Clemenceau
(1841
–
1929)
„Amerika?
Das
ist
die
Entwicklung
von
der
Barbarei
zur
Dekadenz
ohne
den
Umweg
durch
die
Kultur“
könnte
nach
100
Jahren
wahr
werden,
wenn
der
Kreuzzug
der
Trump-
Regierung gegen die Freiheit von Wissenschaft und Kunst dauerhaft von Erfolg gekrönt wird.
Seit
Beginn
seiner
zweiten
Amtszeit
geht
Donald
Trump
massiv
gegen
die
Wissenschaft
in
den
USA
vor.
So
hat
der
US-Präsident
drastische
Kürzungen
von
Forschungsgeldern
angeordnet,
die
zahlreiche
Institutionen
betreffen.
Die
Trump-Administration
zen
-
siert
und
unterdrückt
wissenschaftliche
Erkenntnisse,
insbesondere
in
Bereichen
wie
Klimawandel,
Gesundheit
und
Sozialwissen
-
schaften.
Zahlreiche
Wissenschaftler
wurden
entlassen
oder
freigestellt.
Eine
Liste
verbotener
Begriffe
wie
Diversity,
Transgender
oder
Covid
wird
genutzt,
um
bereits
bewilligte
Forschungsprojekte
zu
prüfen.
Wer
diese
Wörter
verwendet,
ris
-
kiert den Entzug von Fördergeldern oder ein Arbeitsverbot. Es droht ein Verfall des Wissenschaftsstandorts USA.
Das
Kennedy
Center
in
Washington
hat
durch
Beschluss
des
US-Kongresses
von
1958
den
gesetzlichen
Auftrag
als
"nationales
Kulturzentrum".
Es
ist
die
Spielstätte
des
National
Symphony
Orchestra
und
der
Washington
National
Opera.
Neben
Oper
und
klassischer
Musik
stehen
auch
Ballett,
Theater,
Jazz,
Hip-Hop
und
Comedy
auf
dem
Programm.
Jetzt
hat
Trump
sämtliche
Auf
-
sichtsräte
der
Demokraten
aus
dem
Board
entfernen
lassen
und
Republikaner
neu
benannt.
Das
Gremium
wacht
sowohl
über
die
Ausgaben
wie
die
künstlerische
Ausrichtung
des
Kennedy
Center.
Trump
selbst
hat
sich
zum
neuen
Vorsitzenden
mit
Vetorecht
gegenüber
Entscheidungen
des
Aufsichtsrats
wählen
lassen.
Die
langjährige
Präsidentin
des
Kennedy
Center
wurde
entlassen
und
durch
Richard
Grenell,
früher
umstrittener
US-Botschafter
in
Deutschland,
ersetzt.
Trumps
Angriff
auf
die
Kulturinstitution
gilt
als
ein
ernstes
Warnzeichen,
dass
er
die
Kultur
in
den
Vereinigten
Staaten
von
Amerika
seinem
Willen
und
persönlichem
Geschmack unterwerfen will.