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Epstein, Esch und eine Kiste Sekt 14.06.2026 Kürzlich habe ich mir eine Dokumentation der ARD „Epstein Files Jagd nach Models in Europa“ angesehen. Da gab es ein Interview mit Horst-Dieter Esch. Epstein kennen Sie sicher. Aber wer ist Horst-Dieter Esch? Ich habe Esch 1982 kennen gelernt. Er war Gründer der Internationalen Baumaschinen Holding (IBH), die ab 1975 mit Hilfe der Privatbank Schröder, Münchmeyer, Hengst & Co. (SMH) mehrere angeschlagene Bauma - schinenhersteller aufkaufte, darunter 1980 auch die Hanomag AG. Die IBH war zu dieser Zeit der drittgrößte Baumaschinenhersteller nach Caterpillar und Komatsu weltweit. In der ersten Hälfte der 1980er Jahre traf die Bauindustrie eine schwere wirtschaftliche Krise, die auch an den Baumaschinenherstellern nicht vorüber ging. Wegen finanzieller Probleme konnte 1982 der begonnene Neubau einer Fertigungshalle der Hanomag nicht weitergeführt werden. Esch bat die Stadt Hannover um Hilfe, wohl wissend, dass die Stadt eine dro - hende Schließung der Hanomag, des ältesten und bekanntesten Industriebetriebes Hannovers, nicht tatenlos hinnehmen würde. Im Wirtschaftsdezernat der Stadtverwaltung, wo ich damals tätig war, haben wir Esch zu einem Krisengespräch empfangen und die Idee entwickelt, dass die Stadt das Betriebsgelände der Hanomag kaufen und ihr anschließend durch Bestellung eines Erbbaurechts wieder zur Verfügung stellen könne. Esch beauftragte eine renommierte Frankfurter Anwaltskanzlei mit der Ausarbeitung von Ver - tragsentwürfen. Für die Stadt übernahmen der Leiter des Liegenschaftsamtes, der Justiziar für das Wirtschaftsdezernat und ich diese Aufgabe. Nach einem Austausch gegenseitiger Vertragspositionen baten zwei Anwälte der Frankfurter Kanzlei schließlich um einen Verhand - lungstermin am 23. Dezember 1982, 15:00 Uhr, im Anschluss an einen anderen Termin in Hannover. Wir vermuteten, dass der „andere Termin in Hannover“ nur vorgeschoben war, dass die Anwälte vielmehr glaubten, am späten Nachmittag des letzten Arbeits - tages vor Heiligabend ein leichtes Spiel mit uns haben würden, ihre Vertragskonditionen durchzusetzen. Wir drei Hannoveraner fühlten uns aber ausreichend gewappnet, unser Vertragskonstrukt zu verteidigen, das zum Ziel hatte, im Falle einer Insolvenz der IBH finanziellen Schaden für die Stadt zu vermeiden. Vorsichtshalber hatten wir uns auf einen langen Abend eingerichtet und Kana - pees für eine Verhandlungspause mit Imbiss vorbereitet. Tatsächlich dauerten unsere Verhandlungen bis 21:00 Uhr - und wir hatten uns durchgesetzt. Die Anwälte hatten mehrmals um Unterbrechung gebeten, um mit Esch zu telefonieren und sich mit ihm abzustimmen. Wir hatten auch zweimal zum Schein um Unter - brechung gebeten, um uns angeblich mit dem Wirtschaftsdezernenten abzustimmen. Es war eine Verhandlung mit vielen Finessen. Einige Tage nach Weihnachten hatte ich mit Esch einen Termin, um die ausgehandelten Vertragsentwürfe zu paraphieren. Er erklärte mir, dass es unserer Absicherungen gegen eventuelle Verluste der Stadt im Falle einer Insolvenz nicht bedurft hätte. Er habe aber keine Probleme, sie zu akzeptieren. Er wette mit mir um eine Kiste Sekt, dass die IBH nicht zahlungsunfähig werde. Ich war zunächst baff, antwortete dann aber, dass ich auf die Wette nicht eingehen könne. Erstens könne ich mir als Beamter eine Kiste Sekt als Wettein - satz nicht leisten und zweitens wolle ich die Hanomag vor dem Untergang bewahren. „Da kann ich doch nicht wetten, dass die IBH zahlungsunfähig wird!“ „Das sehe ich ein“, antwortete er. Sein Wetteinsatz bleibe aber bestehen, auch ohne einen Einsatz von mir.