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Puschkin und die Schnecken Wladimir Kaminer, russisch-deutscher Schriftsteller und Kolumnist, hat sich in seiner Kolumne „Russendisko“ am 14.05.2026 u.a. aus Anlass des Internationalen Tages der russischen Sprache am 06. Juni mit einem verblüffenden Thema auseinandergesetzt. „Pünktlich zum Internationalen Tag der russischen Sprache, der an Puschkins Geburtstag gefeiert wird, beschloss der zustän - dige Untersuchungsausschuss [Anm.: der russischen Zensurbehörde], die Werke von Puschkin auf obszöne Lexik zu prüfen. Die Zensur steht vor großen Herausforderungen, sie muss alles jemals in Russland Gedruckte noch einmal mit den „Augen“ des Präsidenten durchlesen und alles Verdächtige vorsorglich verbieten. Jede Woche kracht es in den Literaturkreisen, ein Skandal folgt dem anderen, mal verschwinden die Biologie-Lehrbücher aus den Buchregalen, weil darin Schnecken vorkommen. Den Schnecken wird eine Verbindung zur LGBTQ-Bewegung nachgesagt, da sie naturbedingt ihr Geschlecht wechseln können. Was in Russland strafbar ist und neuerdings als extremistische Propaganda eingestuft wird. LGBTQ gilt dem Regime als eine extremis - tische Organisation, die queeren Schnecken müssen nun dafür geradestehen.“ Kommentar oder Glosse? Bei Kaminer weiß man ja nie! Meine Meinung: Für Russen ist Puschkin noch unantastbarer als Putin. Sollte Puschkin zensiert werden, gäbe es einen Volksaufstand.