LNG statt Ökostrom?
13.04.2026
Eines
der
zentralen
Probleme
der
Energiewende
ist,
dass
der
Bau
von
Solar-
und
Windkraftanlagen
schneller
vorangeht
als
der
Aus
-
bau
der
Stromnetze.
Daher
sind
Stromnetze
immer
wieder
überfordert
oder
überlastet.
Betreiber
von
Anlagen
für
erneuerbare
Energien
erhalten
nach
aktuellem
Recht
eine
Entschädigungszahlung,
wenn
sie
aufgrund
einer
Netzüberlastung
ihren
erzeugten
Strom
nicht
mehr
einspeisen
können,
weil
die
Anlage
abgeregelt
wird.
Das
geschieht
in
Deutschland
immer
häufiger,
da
viele
Wind-
und
Solaranlagen
dort
stehen,
wo
die
Bedingungen
(viel
Wind
und/oder
viel
Sonne)
für
die
Stromerzeugung
günstig
sind.
Das
ist
aber
nicht
immer
dort,
wo
der
Strom
auch
benötigt
wird.
Im
industriereichen
Süden
und
Westen
stehen
in
der
Regel
konventionelle
Kraftwerke,
die
den
Strom
viel
teurer
erzeugen
als
Wind-
und
Solaranlagen.
All
diese
Kosten
–
Entschädigungszahlung,
teurer
Strom aus fossilen Brennstoffen statt günstigen Stroms aus erneuerbaren Energien – nennt man „Redispatchkosten“.
Ein Artikel in der Neuen Presse vom 31.03.2026 (gekürzt) beschreibt das Problem für Niedersachsen wie folgt:
Das Problem mit dem „Geisterstrom“
...
Mit
mehr
als
6.400
Windrädern
und
einer
installierten
Leistung
von
mehr
als
14.000
Megawatt
(MW)
trägt
man
einen
großen
Teil
der
gesamten
Windenergieleistung
in
Deutschland
bei.
Nur:
Schon
jetzt
kommt
eine
große
Menge
des
Ökostroms
gar
nicht
im
Netz
an.
Insgesamt
2.765
Gigawattstunden
waren
es
im
vergangenen
Jahr.
Der
Strom
wird
quasi
weggeworfen
–
als
soge
-
nannter
„Geisterstrom“.
Rein
rechnerisch
ist
das
etwa
so
viel,
wie
das
zuletzt
abgeschaltete
Atomkraftwerk
im
niedersächsi
-
schen Lingen einst in drei Monaten produziert hat.
„Unser
Stromnetz
wurde
in
weiten
Teilen
noch
für
eine
Infrastruktur
aus
dem
letzten
Jahrtausend
gebaut,
die
eine
völlig
andere
war
als
heute“,
heißt
es
seitens
des
Landesverbands
Erneuerbare
Energie
(LEE)
Niedersachsen-Bremen.
Daher
reiche
die
verfügbare
Netzkapazität
nicht
immer
aus,
um
den
erzeugten
Strom
abzutransportieren
und
dorthin
zu
bringen,
wo
er
ver
-
braucht wird. Es wird abgeregelt, um eine Überlastung zu verhindern.
Und
das
kostet:
Seit
2019
haben
Anlagenbetreiber
rund
1,7
Milliarden
Euro
kassiert
–
dafür,
dass
sie
in
Niedersachsen
keinen
Strom
produzieren.
Bundeswirtschaftsministerin
Katherina
Reiche
(CDU)
plant
nun
Änderungen
beim
Netzausbau.
Demzufolge
sollen die Erzeuger künftig das wirtschaftliche Risiko des Engpassmanagements der Netzbetreiber tragen …
Die
bundesweiten
Kosten
für
das
gesamte
Netzengpassmanagement
betrugen
2025
laut
Bundesnetzagentur
3,1
Milliarden
Euro.
Das
Bundeswirtschaftsministerium
will,
dass
der
Ausbau
von
Stromnetzen
und
erneuerbaren
Energien
künftig
besser
aufeinander
abge
-
stimmt
wird
und
die
Kosten
insgesamt
sinken.
Einem
Referentenentwurf
zufolge
soll
es
in
stark
belasteten
Netzgebieten
künftig
für
neue
Wind-
oder
Solarparks
keine
Entschädigung
mehr
geben,
falls
die
Anlagen
abgeregelt
werden
müssen.
In
Verbindung
mit
den
ebenfalls
bekannten
Plänen,
vorrangig
im
Süden
der
Republik
neue
Gaskraftwerke
(keine
Reservekraftwerke!)
an
aufgegebenen
Standorten
von
Kern-
und
Kohlekraftwerken
zu
fördern,
bedeutet
dies
ein
gewolltes
Ausbremsen
von
Windkraftanlagen,
Solarparks
und
Netzausbauten.
Denn
die
alten
Standorte
der
früheren
Grundlastkraftwerke
sind
netztechnisch
gut
erschlossen,
aber
selten
geeignet für Wind- oder Solarparks.