Schauen
wir
auf
die
Politik.
Bundeskanzler
Merz
sagte
bei
seinem
Besuch
in
Hürtgenwald
nach
dem
Waldbrand
in
der
Eifel:
„Wir
werden
alles
tun,
um
den
Klimawandel
zurückzudrängen.“
Klimawandel
zurückdrängen
geht
nicht,
Herr
Bundeskanzler.
Sind
die
Treibhausgase
erst
einmal
freigesetzt,
können
sie
nicht
mehr
zurückgeholt
werden
und
verbleiben
längere
Zeit
in
der
Atmosphäre.
CO
2
wird
etwa
in
60
Jahren,
das
25-30
mal
im
Vergleich
zu
CO
2
klimawirksamere
Methan
(CH
4
)
nach
etwa
12
Jah
-
ren
abgebaut
und
das
etwa
300
mal
wirksamere
Lachgas
(N
20
)
erst
nach
etwa
112
Jahren.
Man
kann
also
nur
warten.
Nur
vorbeugender
Klimaschutz
kann
den
Klimawandel
bremsen,
nicht
stoppen,
wenn
wir
so
wenig
Klimagase
wie
möglich
emittieren.
Und,
Herr
Merz
und
Frau
Reiche,
jeder
Beitrag
zählt,
auch
wenn
er
noch
so
gering
sein
sollte.
Eine
rückwärts
gewandte
Ener
-
giepolitik
mit
einer
Priorisierung
von
Erdgas,
ein
Beharren
auf
Verbrennungsmotoren
als
PKW-Antrieb
und
eine
unbegrenzte
Installation
von
Öl-
und
Gasheizungen
verstärken
den
Klimawandel.
„Wir
wissen,
was
gut
und
richtig
ist
für
unser
Land“,
lässt
der Kanzler verlauten. Ich habe da meine Zweifel.
Die
Wirtschaftsverbände
fordern
in
erster
Linie
eine
Senkung
der
Energiekosten.
Die
Preise
für
Öl
und
Gas
sind
abhängig
vom
Weltmarkt.
Da
haben
die
USA
und
Israel
jüngst
durch
den
Krieg
gegen
den
Iran
und
seine
Folgen
für
einen
Preisschub
gesorgt.
Die
internationalen
Energiekonzerne
sehen
darin
eine
gute
Gelegenheit,
höhere
Preise
für
Energiekunden
zu
rechtfertigen
und
mit
Gewinnstreben
zu
verbinden.
Für
die
belasteten
Wirtschaftsunternehmen
sollten
die
höheren
Preise
für
fossile
Brenn
-
stoffe ein Ansporn sein für energiesparende Maßnahmen oder den Einsatz alternativer Energien.
Die
europaweit
höchsten
Strompreise
in
Deutschland
schwächen
die
Wettbewerbsfähigkeit
unserer
Unternehmen.
Insoweit
ist
die
Forderung
nach
einer
Preissenkung
nachvollziehbar.
Eine
Entlastung
für
alle
Stromverbraucher
durch
eine
Senkung
der
Stromsteuer
auf
das
EU-Mindestniveau
hat
es
bereits
gegeben.
Steigerungen
bei
den
Netzkosten
für
alle
Stromverbraucher
konnten
abgefedert
werden
durch
Übernahme
eines
Teils
der
Übertragungsnetzentgelte
und
Umlagen
durch
den
Bund.
Ein
sub
-
ventionierter
Industriestrompreis
für
50
%
des
jeweiligen
Gesamtverbrauchs
von
ca.
2.000
energieintensiven
Betrieben
ist
geknüpft
an
Investitionen
in
Energieeffizienz
und
nachhaltige
Produktion.
Und
letztlich
hat
auch
der
Wegfall
der
Gasspeicher
-
umlage
zu
geringeren
Produktionskosten
für
Gaskraftwerke
geführt
und
sich
durch
das
Merit-Order-Prinzip
der
Preisbildung
an
der
Strombörse
dämpfend
auf
die
Strompreise
ausgewirkt.
Steigende
Übertragungsnetzentgelte
und
Kosten
der
CO
2
-Zerti
-
fikate für Erdgas werden die Strompreise in den nächsten Jahren allerdings weiter steigen lassen.
Es
zeigt
sich,
dass
die
Regierung
an
einer
Energiepolitik
mit
Vorrang
für
Erdgas
zu
Lasten
alternativer
Energien,
eines
zügigen
Netzausbaus,
Investitionen
in
Stromspeicher
und
intelligenter
Netzsteuerung
festhält
und
die
Wirtschaft
lieber
nach
dem
Staat ruft, statt in Zukunftstechnologien ohne Einsatz fossiler Energie zu investieren.