© Gerhard Meyer
Big-Tec im Überblick: Die größten Akteure Die Abhängigkeit der Nutzer digitaler Dienste von den „Big Five“ Alphabet, Amazon, Apple, Meta und Microsoft und weiteren Anbietern (Elon Musk, ByteDance) steigt bedrohlich. Sie haben die Möglichkeit der Überwachung und Manipulation von Milliarden Menschen weltweit. Denn sie beherrschen den digitalen Informations- und Werbemarkt. Durch Algorithmen steuern sie, welche Informationen wir sehen, was wir kaufen und wie wir denken. Ihre Marktmacht schränkt den Wettbewerb ein und gefährdet demokratische Werte. Künstliche Intelligenz hat sich in den letzten Jahren zu einem zentralen Treiber der Wirtschaft entwickelt. Der KI-Markt wird bisher von den USA beherrscht. China holt auf und hat das ehrgeizige Ziel, in einigen Jahren führend auf dem den KI-Weltmarkt zu sein, aber auch Anbieter aus Europa haben Chancen. Neben Tech-Giganten wie OpenAI, Anthropic, xAI und Waymo entstehen neue Märkte für Anbieter, die speziell kleine und mittlere Unternehmen unterstützen. Die industrielle Integration von KI schrei - tet voran. In Deutschland nutzen bereits 65 Prozent der Industrieunternehmen KI in ihren Prozessen. Wenn wir in Europa unabhängig sein wollen von den dominanten US-Unternehmen, brauchen wir neben konkurrenzfähigen Softwa - reunternehmen auch eigene Hardware (Chipsproduktion, Rechenzentren und Cloudspeicher). KI-Chips sind speziell entwickelte Prozessoren, die darauf ausgelegt sind, bestimmte Aufgaben besonders schnell und effizient zu erledigen etwa das Erkennen von Bildern, Stimmen oder Mustern. Weltmarktführer ist das US-Unternehmen Nvidia mit Hochleistungs-KI-Systemen für Rechenzentren. Produziert werden KI-Chips überwiegend in Taiwan. Die Chip-Industrie Taiwans verfügt über ein Know-how, das in keinem anderen Staat - weder in den USA noch in China - gleichermaßen vorhanden ist. Das soll bisher auch Garant für die Unabhängigkeit von China sein. Denn China, das den Markt mit Mikro-Chips für Industrieprodukte beherrscht, importiert ebenfalls Hochleistungschips aus Taiwan und könnte - so heißt es - im Falle einer Invasion die Chip-Pro - duktion in Taiwan ohne taiwanesische Spezialisten nicht übernehmen und fortführen. In Deutschland entsteht gegenwärtig im Raum Dresden ein Zentrum mit Chipsfabriken von Infineon und tsmc (Taiwan Semiconductor Manufacturing). Für professionelle KI-Anwendungen braucht man eine enorme Rechenleistung in hochspezialisierten Rechenzentren. Weltweit entstehen daher neue Rechenzentren mit Hochleistungs-Prozessoren, Flüssigkühlungen, Notstromanlagen und kilometerlangen Glasfaserkabeln, die speziell für KI-Prozesse ausgelegt sind. Ein modernes KI-Datencenter verbraucht so viel Strom wie eine mittlere Stadt. Damit die Systeme rund um die Uhr laufen können, müssen die benötigten Energiemengen stabil und unterbre - chungsfrei bereitgestellt werden. Dafür reichen bestehende Energieversorgungssysteme nicht immer aus. Nicht überall kann man - wie es Elon Musk in den USA tut - zusammen mit einem Rechenzentrum ein eigenes Kraftwerk bauen und betreiben. Kritisch ist auch die Kühlung. Klassische Luftkühlung stößt hier an ihre Grenzen. Entweder müssen Flüssigkühlsysteme eingesetzt werden oder - was wirtschaftlich und ökologisch sinnvoller ist - man nutzt die Abwärme des Rechenzentrums für Nah- oder Fernwärme. Je nach Größe und Ausstattung des Rechenzentrums liegen die Kosten zwischen mehreren hundert Millionen oder auch Milliarden US-Dollar. 40 bis 50 Prozent der Gesamtinvestitionen entfallen auf die Informationstechnik, weitere etwa 40 Prozent fließen in Energieversorgung, Kühlung und Infrastruktur.