© Gerhard Meyer
Den Glauben an die Vermittlung von Frieden zwischen Russland und der Ukraine durch einen Deal mit den Kriegsparteien hat Trump wohl inzwischen verloren. In Putin hat er einen Verhandlungspartner gefunden, der zwar Trumps Bemühen, ihm wieder als ebenbür - tigem Führer einer Weltmacht die nötige Anerkennung auf internationalem Parkett zu verschaffen, gern entgegen genommen, aber keine adäquate wirtschaftliche Gegenleistung geboten hat. Und Trumps Drohungen und öffentlichen Herabwürdigungen gegenüber Selensky haben auch nichts bewirkt. Finanzielle Unterstützung und Waffenlieferungen an die Ukraine haben die USA eingestellt. Immerhin erlauben sie Europa noch, Waffen für die Ukraine in den USA zu kaufen. Das ist wenigstens ein Mini-Deal für die ameri - kanische Rüstungsindustrie und die an ihr beteiligte Familie Trump. Da ist der „Friedensbeitrag“ des unsäglichen Elon Musk ungleich wirkungsvoller. Er hat Russland den Internetzugang über sein Satellitennetzwerk Starlink gesperrt. Damit können russische Drohnen nicht mehr durch Satellitennavigation per Internet gesteu - ert werden. Die Ukraine dagegen kann Starlink weiterhin nutzen. Die Motivation für diese Entscheidung ist mir nicht bekannt, hat aber wohl andere Gründe als bewusste Einflussnahme auf das Kriegsgeschehen. Ich vermute, dass es eine Reaktion auf von Russ - land geforderte Internetblockaden parallel zu den eigenen Blockaden ist. Den größten wirtschaftlichen Schaden für einen fairen Handel mit den USA hat Trump mit den willkürlich von ihm verhängten Strafzöllen für alle amerikanischen Handelspartner angerichtet. Sie sind nach einem Urteil des amerikanischen Supreme Courts weitgehend verfassungswidrig und müssen zurückgezahlt werden. Die Exporte in die USA sind zurückgegangen, Produktionen aus - ländischer Firmen sind kaum in die USA verlegt worden, die Bonität des amerikanischen Finanzmarktes hat gelitten, die erhöhten Zölle sind größtenteils auf die Preise der Handelswaren aufgeschlagen und damit von den Endkunden in den USA gezahlt worden. Die Zeche zahlen die US-Amerikaner, nicht die Handelspartner in aller Welt. Die puritanischen Einwanderer in Amerika sahen sich als die Nachfolger der Israeliten, als Gottes neues Bundesvolk. Darauf grün - det sich das Selbstverständnis der Evangelikalen, eine auserwählte Nation zu sein, die sich im Bündnis mit Gott befindet. Sie nehmen das Wort der Bibel wörtlich, stehen einer Wissenschaft feindlich gegenüber, die sich nicht mit ihrem biblischen Weltbild deckt, haben ein konservatives Familienbild und verschließen sich den sozialen Aspekten der biblischen Lehre. Daraus erwächst auch der Glaube, dass Reichtum und Armut gottgewollt sind. Arme Menschen zu unterstützen, ist für Evangelikale eine christliche Tugend, aber kein Armer hat ein Anrecht darauf. „No tax for Social Wellfare“ ist die politische Schlussfolgerung, der Trump rigo - ros folgt.